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Mein Name ist Barbara, aber alle nennen mich Bärbel

Infos

Geboren im Jahr 1961, gehöre ich zu einer Generation, in der dieser Name außerordentlich beliebt war. Mein Interesse für den Namen wurde durch seine Popularität in meiner Schulzeit geweckt – in meinen ersten Jahren am Gymnasium gab es allein in meiner Klasse vier Barbaras!

Der Name Bärbel ist eine Kurzform des Namens Barbara. „Barbara“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „die Fremde“. Ursprünglich bezog sich dies auf jemanden, der nicht griechischsprachig war und dessen Sprache als unverständliches „Bar-Bar“ klang, ähnlich dem heutigen „Blabla“. 

Die christliche Namenspatronin, die Heilige Barbara von Nikomedien

Barbara wurde als Frauenname besonders durch die Heilige Barbara von Nikomedien bekannt, die der Legende nach eine Märtyrerin war, die im 3. Jahrhundert nach Christus lebte. Sie wurde zu einer der Vierzehn Nothelfer in der katholischen Tradition, was ihrer Bekanntheit und der Verbreitung ihres Namens zusätzlich Auftrieb gab. Der Wikipedia-Artikel zur Heiligen Barbara ist absolut lesenswert und gibt Aufschluss über die zahlreichen Berufsgruppen, deren Schutzheilige sie ist. Neben den Bergleuten, der Feuerwehr und Artillerie gilt sie als Schutzheilige der Architekten und aller Arten von Bauarbeitern, der Bürstenbinder und Hutmacher, aber auch der Metzger, Köche, Totengräber und Buchhändler. Sie ist auch Patronin der Mädchen, der Sterbenden und der Gefangenen.

Am Namenstag der Heiligen Barbara (4. Dezember) gibt es in Österreich den Brauch, Kirschenzweige, genannt “Barbarazweige”, abzuschneiden, und in eine Vase mit Wasser zu stellen. Wenn die Zweige bis Weihnachten zu blühen beginnen, soll das Glück und Gesundheit für das kommende Jahr bringen. Dieser Brauch wird auch in meiner Familie gepflegt.

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Die Heilige Barbara von Jan van Eyck,
Public domain, via Wikimedia Commons

Ein Vorname, der bereits seit Generationen sehr beliebt ist

In der deutschen Sprache und insbesondere im österreichischen Raum, wo viele meine Vorfahren herkommen, ist der Name Barbara seit vielen Jahrhunderten beliebt. Die Kurzform Bärbel, die ich auch trage, ist eine typisch deutsche Variante, die in der Mitte des 20. Jahrhunderts besonders populär war. Diese Diminutivform klingt liebevoll und vertraut, was vielleicht auch dazu beitrug, dass sie in meiner Generation so verbreitet ist.

Dass Barbara auch in meiner eigenen Familie so oft vorkommt, könnte darauf hinweisen, dass meine Vorfahren tief verwurzelt in der katholischen Tradition waren, oder einfach den Klang und die Bedeutung des Namens schätzten. Diese Verbindung durch die Generationen hinweg verleiht dem Namen für mich eine zusätzliche persönliche Tiefe.

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Barbara Lixl, meine 3x-Urgroßmztter
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Barbara “Betti” Fendrich,
meine Ururgroßmutter

Bekannte Namensträgerin(nen)

In Deutschland und Österreich gab und gibt es mehrere prominente Frauen mit diesem Namen, darunter die deutsche Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley. Sie war eine herausragende Figur in der DDR-Bürgerrechtsbewegung. Als Mitbegründerin der Initiative Frieden und Menschenrechte und des Neuen Forums spielte sie eine zentrale Rolle in den Protesten, die zum Fall der Berliner Mauer führten.

Abschließend lässt sich sagen, dass mein Name mehr als nur ein einfacher Rufname ist. Barbara, oder in meinem Fall Bärbel, trägt eine reiche Geschichte, kulturelle Bedeutung und eine Verbindung, die weit über meine eigene Existenz hinausreicht. Er spiegelt Tradition, Kultur und Geschichte wider, und jedes Mal, wenn ich meinen Namen höre, fühle ich mich ein Stück weit verbunden mit den vielen Generationen vor mir, die diesen Namen getragen haben.

Barbaragasse und Barbarakirche in Wien

Foto der Barbarakirche in Wien
Foto von C.Stadler/Bwag,
CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

In Wien, in der Postgasse 8A im 1.Bezirk, steht die Barbarakirche. Ihre Geschichte beginnt mit einer Kapelle aus dem Jahr 1573, inspiriert durch den Heiligen Stanislaus Kostka nach seiner Heilung. Zwischen 1652 und 1654 wurden der bestehende Jesuitenkonvikt und die Kapelle erneuert. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 widmete Maria Theresia das Gebäude 1775 der griechisch-katholischen Kirche. 1784 wurde es zur Pfarre. Die Kirche wurde in das damalige Hauptpostgebäude integriert und verfügt über ein einschiffiges Tonnengewölbe, eine reiche Innenausstattung aus dem 18. und 19. Jahrhundert, 1852 wurde die Fassade romanisiert. Heute dient sie als griechisch-katholische Zentralpfarre den ukrainisch-unierten und ungarisch-griechisch-katholischen Kirchengemeinden.

Karte

Kleines “Barbara-Lexikon”

Kurzformen: Barbra, Barbe, Berbe, Bab, Babe

Koseformen: Barbel, Barbele, Bärbel, Bärbele, Barbeli, Bäbe, Bäbi, Babel, Babele, Bäbel, Bäbele, Bärmel, Bäll, Bälle, Waberl, Wawerl, Bärb, Bärbchen, Bärber, Bärbl, Bäpp, Babs, Babsi, Barbie, Wetti

Namensvarianten: Barbarina, Barbarine

Aus Wiktionary

Varianten

Baabe, Bäbi (alemannisch, schweizerdeutsch)
Babette (französische Verkleinerungsform)
Babis (tschechisch)
Bäerbel (luxemburgisch)
Bairbre (irisch)
Barba (bretonisch)
Bárbara (portugiesisch, spanisch)
Barbe (französisch)
Barbė (litauisch)
Bärbel, seltener Bärbl (deutsche Kurzform)

Barbie (englische Kurzform)
Barbla (rätoromanisch)
Barbora (litauisch, slowakisch, tschechisch)
Barbra (englische Nebenform)
Barbro (schwedische Nebenform)
Basia (polnische Kurzform, [‘baɕa])
Borbála (ungarisch)
Borbora (obersorbisch, [‘bɔʀbɔʀa])
Rabab (arabisch)
Varvara, Warwara (Βαρβάρα im griechischen Alphabet, Варвара im kyrillischen Alphabet) (griechisch, russisch, ukrainisch, belarussisch)

Von Wikipedia

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